Larynxödem
Differentialdiagnosen & Therapien

Ätiologie, Differentialdiagnostik und aktuelle Therapiestrategien — ein strukturierter Überblick für die klinische Praxis.

Übersicht des Vortrags

1

Anatomische Grundlagen

Kehlkopfanatomie & ödemprädestinierte Regionen

2

Differentialdiagnosen im Detail

Pseudokrupp, Epiglottitis, Anaphylaxie, HAE, ACE-Hemmer-AÖ, Reinke-Ödem u.a.

3

Therapie & Management

Akuttherapie, spezifische Therapie, Atemwegssicherung

4

Rezente Studien & Take-Home-Messages

Aktuelle Evidenz 2024/2025

Kehlkopfanatomie — Drei Etagen

Gefäßversorgung und Lymphabfluss des Larynx
Abb. 1: Gefäßversorgung und Lymphabfluss des Larynx. Aus: Strutz & Mann, Praxis der HNO-Heilkunde, Thieme 2023
Kehlkopf — Drei Etagen (supraglottisch, glottisch, subglottisch)
Abb. 2: Kehlkopf — Drei Etagen mit Strukturen.

Supraglottis

Reicht von der unteren Fläche der Epiglottis bis zu den Taschenfalten: Epiglottis, aryepiglottische Falten, Taschenfalten. Lamina propria mit lockerem Bindegewebe → kann erhebliche Flüssigkeitsvolumina einlagern → ödemprädestiniert.

Glottis

Reinke-Raum (Lamina propria superficialis) = lockeres Bindegewebe → Verschiebeschicht zwischen Epithel und M. vocalis. Stimmlippen spärlich mit Lymphbahnen → späte Metastasierung.

Subglottis

Unterhalb der Stimmlippen bis zum Unterrand des Ringknorpels. Ringknorpel → typische Stelle für Stenosen.

Gefäßversorgung

A. laryngea sup. (A. thyroidea sup.) + A. cricothyroidea → supraglottisch
A. laryngea inf. (A. thyroidea inf.) → subglottisch
Venöser Abfluss: V. jugularis interna + V. thyroidea ima

Innervation (N. laryngeus sup. + inf.)

R. internus (N. laryng. sup.) → sensibel supraglottisch + Stimmlippen
R. externus (N. laryng. sup.) → M. cricothyroideus
N. laryngeus inferior (N. recurrens) → alle übrigen Muskeln + subglottische Sensibilität

TEIL 2

Differentialdiagnosen
des Larynxödems

Jede Ursache einzeln — mit Klinik, Bildgebung und Schlüsselmerkmalen für die rasche Diagnosestellung.

Pseudokrupp Epiglottitis Anaphylaxie ACE-Hemmer-AÖ HAE Reinke-Ödem Weitere
DIFFERENTIALDIAGNOSE

Pseudokrupp (Laryngitis subglottica)

Pathophysiologie

Viral bedingt (Parainfluenzavirus Typ 1–3, seltener RSV, Influenza). Subglottisches Ödem im Bereich des Krikoids — der engsten Stelle des kindlichen Atemwegs.

Epidemiologie & Klinik

Alter: 6 Monate – 3 Jahre. Saisonalität: Herbst/Winter. Typische Trias: Bellender Husten + inspiratorischer Stridor + Heiserkeit. Beginn meist nachts. Keine Dysphagie, unauffällige Epiglottis. Symptombeginn allmählich bis 48 Stunden.

Westley Croup Score

Leicht (0–2): Gelegentlich bellender Husten. Moderat (3–7): Stridor in Ruhe, leichte Einziehungen. Schwer (8–11): Deutliche Einziehungen, Agitation. Lebensbedrohlich (≥12): Lethargie, Zyanose.

Therapie (nach Schweregrad)

Leicht: Anfeuchtung der Atemluft, Beruhigung. Mittel: Dexamethason 0,6 mg/kg p.o./i.m. oder rektal (Rectodelt-Supp.). Schwer: + L-Epinephrin Inhalation: 1 ml (1:1000) in 5 ml NaCl, Wirkung <2 h → Cave Rebound! O₂ bei SpO₂ <92 %. Antitussiva: kontraindiziert!

Steeple Sign bei Pseudokrupp
Abb. 3: Steeple Sign im AP-Röntgen — subglottische Trachealverengung. Quelle: Wikimedia Commons

DD: Pseudokrupp vs. Epiglottitis

Pseudokrupp: bellender Husten, Heiserkeit, mäßiges Fieber.
Epiglottitis: kein Husten, kloßige Sprache, Speichelfluss, hohes Fieber, Tripod.

DIFFERENTIALDIAGNOSE

Akute Epiglottitis

Pathophysiologie

Bakteriell (H. influenzae Typ b — selten seit Hib-Impfung, Streptococcus, Staphylococcus).

Klinik

Hohes Fieber, starke Odynophagie, kloßige Sprache, Speichelfluss, inspiratorischer Stridor. Kinder sitzen im Bett aufrecht. Symptome entwickeln sich innerhalb von 2–6 Stunden.

Cave — Notfall!

Plötzlicher Atemstillstand durch zähen Schleimpfropf in engen supraglottischen Luftwegen oder Laryngospasmus durch Untersuchung mit Mundspatel. Laryngoskopische Untersuchung nur bei Intubations- und Reanimationsbereitschaft! Laterales Röntgen: Sensitivität 88–100%.

Therapie

Atemwegssicherung FIRST! Antibiose i.v.: Amoxicillin/Clavulansäure (Mittel der Wahl). In manchen Ländern (Spanien, USA): Cefuroxim wegen ampizillinresistenter H.-influenzae-Stämme. + Dexamethason i.v. zur Schleimhautabschwellung. Tubusgröße eine Nummer kleiner wählen! Ca. 80% müssen >24 h intubiert werden. Wenn Intubation nicht möglich → Koniotomie. Letalität 5–10 % in D. ICU-Monitoring.

Thumb Sign bei Epiglottitis
Abb. 4: Laterales Halsröntgen — Thumb Sign: verdickte Epiglottis. Quelle: Wikimedia Commons

Bei Verdacht auf Epiglottitis: Keine unnötigen Untersuchungen — zuerst den Atemweg sichern, dann diagnostizieren.

— StatPearls, Epiglottitis (NCBI NBK430960)

HISTAMINVERMITTELT

Anaphylaxie mit Larynxödem

Pathomechanismus

IgE-vermittelte Mastzell-Degranulation → Histamin → Vasodilatation + Kapillarpermeabilität ↑ → Ödem. Auslöser: Nahrungsmittel, Medikamente, Insektenstiche, Latex.

Klinische Merkmale

Urtikaria/Flush (>80%), Angioödem, Bronchospasmus, Hypotension. Larynxödem: Heiserkeit → Stridor → Aphonie → Asphyxie.

Therapie — Leitliniengerecht!

1. Adrenalin i.m. 0,3–0,5 mg in den lateralen Oberschenkel — FIRST LINE!
2. Vernebeltes Adrenalin 1 mg in 5 ml NaCl bei Larynxödem
3. Steroide: Methylprednisolon 1–2 mg/kg i.v. (Wirkung erst nach 1–4h)
4. Antihistaminika: Zweitlinie

Angioödem bei Anaphylaxie
Abb. 5: Angioödem — typisch bei histamin- und bradykininvermittelten Formen. Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Schlüssel: Urtikaria vorhanden + gutes Ansprechen auf Adrenalin → Histaminvermittelt. Fehlt beides → an Bradykinin denken!
BRADYKININVERMITTELT

Hereditäres Angioödem (HAE)

Pathomechanismus

C1-INH-Mangel → unkontrollierte Kallikrein-Aktivität → Bradykinin ↑ → vaskuläre Permeabilität ↑. Typ I (85%): quantitativ. Typ II (15%): qualitativ.

Klinik

Rezidivierende Angioödeme ohne Urtikaria, ohne Juckreiz! Larynxbeteiligung ~50%. Attacken 2–5 Tage. Positive FA in ~75%.

Diagnostik

Screening: C4 (erniedrigt in >95%!)
Bestätigung: C1-INH quantitativ + funktionell
DD Erworbener C1-INH-Mangel (AAE): C1q ↓ → Malignomsuche!

Erworbener C1-INH-Mangel (AAE-C1-INH)

Inzidenz ~0,15/100.000. C1-INH-Abbau ↑ durch lymphoproliferative Erkrankung oder Autoantikörper. Klinisch identisch mit HAE-Attacken. Cave: Erstmanifestation >30. LJ, keine FA → AAE denken! Medianes Diagnosealter: 65 Jahre.

Bradykinin-System — Pathomechanismus
Abb.: Bradykinin-System — Pathomechanismus des HAE (C1-INH-Mangel, ACE-Hemmer)
HAE — THERAPIE

Hereditäres Angioödem — Spezifische Therapie

Akuttherapie

Icatibant (Firazyr) 30 mg s.c.
C1-INH-Konzentrat (Berinert) 20 IE/kg i.v.

Mortalität 30–50 % unbehandelt!

Konventionelle Allergietherapie (Antihistaminika, Steroide, Adrenalin) ist unwirksam.

HAE mit normalem C1-INH (HAE-nC1-INH)

<5 % aller HAE-Fälle. Überwiegend Frauen, Krankheitsaktivität assoziiert mit Östrogen ↑ (hormonelle Trigger). Diagnose erschwert da C1-INH und C4 normal!

Langzeitprophylaxe

Lanadelumab (Takhzyro) 300 mg s.c. alle 2 Wo.
Berotralstat (Orladeyo) oral 1×/Tag

Lanadelumab: Monoklonaler Antikörper gegen Plasma-Kallikrein. Nach 6 Monaten: Attackenrate ↓ 96,6 %.

BRADYKININVERMITTELT

ACE-Hemmer-induziertes Angioödem

Pathomechanismus

ACE-Hemmer hemmen Bradykinin-Abbau → Akkumulation → Angioödem. Inzidenz 0,1–0,7%. Kann nach Jahren erstmals auftreten!

Klinik

Angioödem ohne Urtikaria. Lippen, Zunge, Mundboden, Larynx. Kein Ansprechen auf Adrenalin/Antihistaminika/Steroide!

Tranexamsäure (TXA) — off-label

Potenziell wirksam: In kleinen Studien konnte TXA zur Symptombesserung führen und eine Intubation verhindern. Evidenz noch limitiert.
Hasara S et al. Cureus 2021;13(9):e18116. doi:10.7759/cureus.18116

Atemwegssicherung & Monitoring

~50% der Patienten benötigen Koniotomie/Tracheotomie. Laut Strutz & Mann: ACE-Hemmer-Angioödeme des Kopf-Hals-Bereichs stationär unter Tracheotomiebereitschaft überwachen! Cave: C1-Inhibitor u. Icatibant in D. für ACE-Hemmer-AÖ nicht zugelassen.

ACE-Hemmer Angioödem
Abb.: ACE-Hemmer-induziertes Angioödem

Management

1. ACE-Hemmer SOFORT absetzen
2. Bei Larynxödem → ICU
3. Antihistaminika + Epinephrin
4. Off-label: Icatibant / C1-INH / TXA
5. Chirurgischer Atemweg bereithalten

Weitere Differentialdiagnosen

Reinke-Ödem

Chronisches Ödem des Reinke-Raums (Lamina propria superficialis). Laryngoskopisch: ballonförmige glasige Schwellung, walzenförmig verdickte Stimmlippen. Hauptrisikofaktor: Tabakkonsum + Alkohol. 80% Frauen. Cave: Malignomausschluss vor Therapie obligat! Therapie: Rauchstopp, kurzfristig Kortison-/Soleinhalationen, Vitamin A + Zink; hartnäckig → mikrolaryngoskopische Abtragung.

Reinke-Ödem laryngoskopisch

Postintubationsödem

Iatrogene Schleimhautläsion durch Intubation/Endoskopie. Risikofaktoren: weiblich, zu großer Tubus, >36 h intubiert. Cuff-Leak-Test zur Risikostratifizierung vor Extubation. Prophylaxe: Methylprednisolon 40 mg i.v. ≥4 h vor Extubation. Spätfolgen: narbige Stenosen, Synechien.

Larynxkarzinom

DD bei Beschwerdepersistenz >4 Wochen! Chronisch-unspezifische Laryngitis ist eine Ausschlussdiagnose — vorher Malignom ausschließen. Chronisches einseitiges Ödem, progressive Heiserkeit, Dysphagie. Laryngoskopie + Biopsie obligat. Histologischer Befund entscheidend.

Sonstige

Radiogenes Larynxödem

Nach Radiochemotherapie bei HNO-Tumoren. Bei 54 % beobachtet, 7 % benötigen Tracheotomie. Supraglottisch am häufigsten.

Inhalationstrauma

Thermisch/chemisch (Dämpfe, toxische Gase). Subglottische Stenosen möglich. Frühzeitige Intubation bei Verbrennungen im Atemwegsbereich.

Sarkoidose

Larynx bei 3–5 % betroffen, v.a. Epiglottis. Laryngoskopisch: diffuse Schwellung + weiß/bräunliche Knötchen. Therapie: orale Steroide.

Wegener-Granulomatose

Autoimmun (ANCA+). Larynx in 9,5 %, subglottische Stenose.

Amyloidose

Extrazelluläre Proteindeposition. Glasige, gelblich-rötliche Formationen. Therapie: endolaryngeale Laserexzision.

Hypothyreose / Sonstige

Myxödem des gesamten Larynx. Weitere: Rheumatische Laryngitis (Krikoarytenoidgelenk), Mukormykose.

Übersicht: Histamin vs. Bradykinin

EntitätPathomechanismusLeitsymptomeUrtikaria?AdrenalinSpezifische Therapie
AnaphylaxieIgE → HistaminUrtikaria, Bronchospasmus, RR↓JaGut ✓Adrenalin i.m.
ACE-Hemmer-AÖBradykinin ↑Isoliertes AÖ, Zunge/LippenNeinSchlecht ✗Icatibant, TXA, C1-INH
HAEC1-INH↓ → Bradykinin ↑Rezidivierend, pos. FANeinSchlecht ✗Icatibant, C1-INH, Lanadelumab
EpiglottitisBakteriellOdynophagie, Fieber, SpeichelflussAB i.v. + Atemweg
PseudokruppViral (subglottisch)Bellender Husten, KinderInhalativ ✓Dexamethason + Adrenalin
PostintubationMechanischStridor post extubationemInhalativ ✓Steroide + Adrenalin inh.
Kernfrage in der Notaufnahme: Urtikaria? → Histamin → Adrenalin. Keine Urtikaria + kein Ansprechen → Bradykinin → C4, C1-INH bestimmen. ACE-Hemmer-Anamnese!

Akutmanagement — Stufenalgorithmus

🚨 Atemweg
Stridor? SpO₂?
🔍 Ätiologie
Histamin? Bradykinin?
💉 Therapie
Je nach Ursache
🔪 Chirurgisch
Bei Versagen

Anaphylaxie

1. Adrenalin i.m. 0,3–0,5 mg
2. Adrenalin vernebelt
3. Steroide i.v.
4. Antihistaminika
5. Volumengabe

Bradykinin (HAE/ACE-I)

1. Icatibant 30 mg s.c.
2. C1-INH 20 IE/kg i.v.
3. TXA als Bridging
4. ACE-Hemmer absetzen!
5. Koniotomie bereithalten

Infektiös (Epiglottitis)

1. ATEMWEG zuerst!
2. Amoxicillin/Clavulansäure i.v.
3. Dexamethason i.v.
4. Intubation (Tubus 1 Gr. kleiner)
5. Cave: Koniotomie bereithalten

Zeitverlauf der Atemnot — diagnostischer Schlüssel

Minuten:
Fremdkörper · Anaphylaxie · C1-INH-Mangel
Stunden:
Pseudokrupp · Epiglottitis · Larynxtrauma
Tage:
Peritonsillar- / Retropharyngealabszess
Monate:
Tumor · Trachealstenose n. Langzeitintubation
Goldene Regel: Bei jedem akuten Larynxödem — erst sichern, dann diagnostizieren.
CHIRURGISCHE ATEMWEGSSICHERUNG

Koniotomie & Tracheotomie

Koniotomie (Krikothyreotomie)

Indikation Cannot-Intubate/Cannot-Oxygenate (CICO); gescheiterte Notfallintubation Technik Hals überstrecken → Membrana cricothyreoidea palpieren → querer Hautschnitt 1,5–2 cm → kleinkalibrige Kanüle

Cave: Nur Überbrückungsmaßnahme! → Anschließend klassische Tracheotomie anstreben.

Tracheotomie

Indikation Atemwegsobstruktion (Tumor, Ödem, Verbrühung), Langzeitbeatmung, beidseitige Rekurrensparese, narbige Stenosen Technik Medianer Hautschnitt → Querschnitt zwischen 2. und 3. Trachealspange → Kanüle Ø 9 mm (Erw.) KI Grundsätzlich keine in Lebensgefahr — immer Intubation/Notfalltracheoskop zuerst prüfen!
ANATOMIE Zungenbein Schild- knorpel Membrana cricothyreoidea Koniotomie Ringknorpel 1. Trachealspange 2. Trachealspange 3. Trachealspange 4. Trachealspange Tracheotomie Zw. 2. u. 3. Ring Inzision hier Kanüle Erw.: Ø 9 mm kein Knorpelfenster! Rettinger, HNO-Operationslehre 2018, Kap. 5.6

Rezente Studien 2024/2025

2025

HAE-induziertes Larynxödem

Fallbericht: 34-jähriger Patient, Notfalltracheotomie. Erfolgreiche Akuttherapie mit Icatibant s.c., dann Lanadelumab-Prophylaxe.

↗ Song H et al. Am J Emerg Med 2025;93:238.e5–8. doi:10.1016/j.ajem.2025.04.059
2024

Lanadelumab INTEGRATED

Multizentrisch (DE, FR, GR, AT). 15,7 % der Patienten mit Larynxattacken. Signifikante Reduktion unter Lanadelumab im Langzeitverlauf.

↗ JACI In Practice 2025; doi:10.1016/j.jaip.2024.12.008 (PMID 39701274)
2025

Unraveling Angioedema

Review: Diagnostische Herausforderungen und emerging therapies bei bradykinin-vermitteltem Angioödem. Bradykinin-Formen sprechen nicht auf Antihistaminika/Kortison an.

↗ Front Immunol 2025; doi:10.3389/fimmu.2025.1681763
2025

Anaphylaxie-Konsensus GA²LEN

Adrenalin i.m. bleibt First-Line. Neue klinische Kriterien, Dosierungsempfehlungen. Inhalatives Adrenalin als adjunktive Therapie bei Larynxödem.

↗ J Allergy Clin Immunol 2025; doi:10.1016/j.jaci.2025.01.021
ZUSAMMENFASSUNG

Take-Home-Messages

01

Larynxödem = potenziell lebensbedrohlich. Erst Atemweg sichern, dann diagnostizieren.

02

Histamin vs. Bradykinin — Urtikaria? → Adrenalin. Keine Urtikaria → C4/C1-INH + ACE-Hemmer-Anamnese!

03

Pseudokrupp: Dexamethason p.o. einmalig. Epiglottitis: Atemweg first, dann Antibiotika.

04

HAE: Icatibant / C1-INH akut, Lanadelumab prophylaktisch. Steroide und Antihistaminika unwirksam!

05

Heiserkeit >4 Wochen → immer Laryngoskopie! Malignomausschluss obligat.

VIELEN DANK

Fragen &
Diskussion

Danke für die Aufmerksamkeit.

Quellen zum Nachlesen:
Strutz J, Mann W (Hrsg.). Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. 4. Aufl. Stuttgart: Thieme; 2023. doi:10.1055/b000000873 [Kap. 5 Anatomie, Kap. 13 Erkrankungen, Kap. 21 Notfallbehandlung]
StatPearls – Epiglottitis / Reinke Edema / Post-Intubation Laryngeal Edema
EAACI/WAO Anaphylaxie-Leitlinien (2021/2024)
Orphanet – Hereditäres Angioödem (ORPHA:91378)
Frontiers Immunol 2025 – Unraveling Angioedema
AWMF S3-Leitlinie Larynxkarzinom (061-028)